Rund um die Burkhalter Gruppe

Grosse Erwartungen

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Wir alle haben sie. Sie prägen unsere Wahrnehmung und steuern, wie wir Entscheidungen treffen. Am Kick-off-Event für HLKS-Lernende im ersten Lehrjahr sind die Erwartungen besonders gross – nicht nur bei den neuen Lernenden, sondern auch bei ihren Berufsbildnerinnen und Berufsbildnern. Ich habe mit ihnen über ihre ganz persönlichen Erwartungen gesprochen. 

HLKS-Lernende aus der ganzen Schweiz vereint
Auch dieses Jahr trafen sich die frischgebackenen HLKS-Lernenden in Sursee: Mehr als 70 von ihnen kamen an den Kick-off-Event, um sich während drei Tagen auf ihren neuen Lebensabschnitt in der Arbeitswelt vorzubereiten und gruppenübergreifend Kontakte zu knüpfen. Sie alle kamen mit der gleichen Frage nach Sursee: Was erwartet mich jetzt?

Eine erste Antwort darauf gab Zeno Böhm, CEO der Burkhalter Gruppe, der die Lernenden in Sursee persönlich begrüsste. Er gab ihnen einen Gedanken mit, der den Anlass prägen sollte: Wer ein Ziel erreichen will, muss nicht nur wissen, wo er ankommen möchte, sondern auch, was heute, morgen und in den nächsten Wochen dafür zu tun ist.

Ankommen in der Gruppe
Nach diesem ersten Impuls erhielten die Lernenden noch am selben Tag einen Einblick in die kommenden Tage, lernten wichtige Verhaltens- und Sicherheitsregeln kennen und beschäftigten sich mit einem Thema, das im Berufsalltag manchmal unterschätzt wird: dem richtigen Auftreten.

Um sich gegenseitig etwas besser kennenzulernen, konnten die Jugendlichen ihren Kolleginnen und Kollegen ausserdem die eigene Gruppengesellschaft auf einem Flipchart präsentieren und so näherbringen. Wurden damit die Erwartungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den ersten Tag erfüllt? Mikail Ates, angehender Lüftungsanlagenbauer EFZ Produktion von der Riggenbach AG, meint ja: «Am Anfang war ich schon etwas überwältigt, ich kannte ja niemanden. Aber ich habe schnell Leute kennengelernt. Ausserdem waren die Infos, die wir erhalten haben, wirklich wertvoll – nicht nur für den Beruf, sondern auch für das Leben.»

Und wie steht es mit den Erwartungen der Profis? 

Marc Steiner, Berufsbildner bei der Burkhalter Gruppe, zeigt sich ebenfalls positiv, was den neuen Jahrgang an Lernenden betrifft: «Meine Erwartungen werden eigentlich jedes Jahr übertroffen. Es beeindruckt mich immer wieder, wie schnell sich die Lernenden auf ihre neue Situation einlassen. Viele kommen am Anfang noch etwas zurückhaltend an – und stehen kurze Zeit später selbstbewusst vor der Gruppe und präsentieren ihre Gesellschaft oder lösen Aufgaben im Team mit Fremden. Diese Offenheit und dieser Mut stimmen mich immer sehr positiv, auch dieses Jahr.»

«Die Infos waren wirklich wertvoll – nicht nur für den Beruf, sondern auch für das Leben.»
Mikail Ates, Riggenbach AG

Vom Ziel zum nächsten Schritt
CEO Zeno Böhm hatte die Bedeutung von Zielen am ersten Tag thematisiert. Am zweiten Tag motivierte Marc Steiner die Jugendlichen  dazu, ihre eigenen Ziele konkret auszuformulieren. Aus einem allgemeinen «Ich will einfach durch die Prüfungen kommen» wurden so realistische nächste Schritte. Zum Beispiel: «Ich will meine Woche so planen, dass ich für Betrieb, Schule, Lernen und Freizeit genügend Zeit habe.»

Besonders verbindlich wurde es, als die Lernenden ihre persönlichen Ziele in Videobotschaften an ihre Berufsbildnerinnen und Berufsbildner festhalten sollten. Im Zentrum standen dabei die Themen Zuverlässigkeit, Ziele in der Berufsfachschule sowie die Frage, wie diese mit einem persönlichen Wochenplan erreicht werden können. Die entstandenen Videobotschaften bilden eine ideale Basis für die Begleitung der Lernenden und werden von den Berufsbildnerinnen und Berufsbildnern künftig immer wieder aufgegriffen werden.

Mit der anschliessenden Schulung zur Wochenplanung erhielten die Lernenden ein wertvolles Werkzeug zur Selbstorganisation. Beim Erstellen ihres persönlichen Wochenplans mussten sie Schule, Arbeit, Lernen, Freizeit, Familie und Freunde unter einen Hut bringen. Dabei zeigte sich: Gute Planung schafft nicht nur Struktur, sondern kann auch Freiräume schaffen.

Noah Imwinkelried, angehender Lüftungsanlagenbauer EFZ Montage bei der Imwinkelried Lüftung und Klima AG, sagte danach: «Ich habe gemerkt, dass Planung nicht bedeutet, keine Freizeit mehr zu haben. Im Gegenteil: Wenn ich besser plane, bleibt mehr Freizeit übrig. Da ich neben der Arbeit auch noch viel Sport betreibe, ist die Planung für mich besonders wertvoll.»

«Wenn ich besser plane, bleibt mehr Freizeit übrig.»
Noah Imwinkelried, Imwinkelried Lüftung und Klima AG

Aus Fremden wird ein Team
Am Abend folgte dann das Outdoor-Escape-Spiel «Die Verschwörung». Ausgerüstet mit Rätselkoffer und Smartphone begaben sich mehrere Teams auf verschiedene Parcours. Unterwegs mussten Hinweise kombiniert, Aufgaben gelöst und Entscheidungen getroffen werden. Das schnellste und cleverste Team gewann.

Doch wichtiger als die Rangliste war, was unterwegs passierte. Wer gemeinsam rätselt, merkt rasch, wie ein Team funktioniert: Wer übernimmt Verantwortung? Wer hört zu? Wer bleibt ruhig, wenn die Zeit knapp wird? Und wer hat Ideen, auf die sonst niemand kommt?

Mikail beschrieb es nach dem Spiel so: «Das Spiel war anspruchsvoll und alleine hätte ich die Aufgaben wohl nicht lösen können. Aber im Team war es dann eben doch möglich: Die Zusammenarbeit hat vieles vereinfacht.»

Sicherheit beginnt mit einer klaren Haltung
Am dritten Tag ging es um ein Thema, bei dem die Erwartungen besonders eindeutig sind: Sicherheit. Sven Küchler, Spezialist Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz bei der Burkhalter Gruppe,  machte die Lernenden in der Suva-Schulung fit für die Baustelle und vermittelte ihnen die zehn lebenswichtigen Regeln.

Auch er berichtet von übertroffenen Erwartungen: «Ich bringe den Lernenden Verhaltens- und Sicherheitsregeln näher – für Jugendliche gibt es sicher spannendere Themen. Umso mehr beeindruckt mich jedes Jahr, wie aufmerksam sie dabei sind. Viele merken sehr schnell, dass Arbeitssicherheit nichts Theoretisches ist, sondern direkt mit ihrem Alltag auf der Baustelle zu tun hat. Besonders froh bin ich immer über Fragen. Die Jungen sollen lieber einmal mehr fragen, als einmal zu viel Risiko einzugehen. Ob meine Infos bei den Jugendlichen ankommen, wird sich im Arbeitsalltag zeigen. Dort erwarte ich, dass sie Stopp sagen, wenn etwas nicht sicher ist. Das braucht Mut, gerade am Anfang. Aber genau dieser Mut kann Leben retten.»

Bei Mikail ist diese Botschaft angekommen. Er sagte nach der Schulung: «Ich hatte schon mehrere Sicherheitsschulungen. Trotzdem fand ich es gut, wieder an die Bedeutung der Sicherheit erinnert zu werden.» 

Wenn Berufsbildnerinnen und Berufsbildner mitbauen
Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit den Berufsbildnerinnen und Berufsbildnern wurde aus dem Kick-off endgültig ein gemeinsamer Anlass. Bei der Bau-Challenge traten die Gruppen gegeneinander an. Es wurde geplant, gebaut, ausprobiert, verworfen, verbessert und gelacht.

Für Marc Steiner war gerade dieser Teil wichtig: «Die Lernenden sollen erleben, dass ihre Berufsbildnerinnen und Berufsbildner sie begleiten wollen. Umgekehrt sollen diese spüren, mit welchen Erwartungen die neue Generation startet.»

Aus Erwartungen werden nächste Schritte
Am Ende der drei Tage waren sicher nicht alle Fragen der Lernenden beantwortet. Aber vieles von dem, was sie sich vom Kick-off erhofft hatten, nahmen sie mit nach Hause: konkrete Ziele und Wochenpläne, mehr Sicherheit für den Berufsalltag, neue Kontakte und gemeinsame Erlebnisse. Noah fasst es so zusammen: «Meine Erwartung an den Anlass war es, eine bessere Übersicht darüber zu erhalten, was mich in den kommenden Jahren erwartet. Das wurde definitiv erfüllt.»

Neben Noah reisten auch die anderen HLKS-Lernenden mit mehr Orientierung zurück in ihre Lehrbetriebe. Und auch die Berufsbildnerinnen und Berufsbildner nahmen Eindrücke mit, die ihnen im Alltag helfen werden. 

Wir wünschen allen Lernenden einen erfolgreichen Start in die Berufswelt!

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