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E-Bike at work: Parkplatznot macht sportlich

7 Minuten Lesedauer
Stop-and-go-Verkehr und Parkplatzsuche machen das Autofahren in Genf mühsam und zeitaufwändig. Dass das auch anders geht, zeigt die Sedelec SA in Carouge: die Mitarbeitenden, die in der Innenstadt zu tun haben, sind vom Firmenauto aufs E-Bike umgestiegen.

Die Sedelec SA beklagt die Verkehrssituation in Genf schon länger. Als 2016 im Rahmen einer Besprechung zur Lösung dieses Problems der Vorschlag präsentiert wurde, dass E-Bikes eine praktikable Lösung wären, gab man der Idee eine Chance und kaufte drei E-Bikes. Für das sperrige Elektromaterial, das auf den Fahrrädern keinen Platz fand, hatte man auch gleich eine Lösung parat: es wurde direkt über die Logistikabteilung ausserhalb der Stosszeiten zu den Kunden und auf die Baustellen geliefert.

Mehr E-Bikes im Einsatz

Was 2016 als Versuch startete, hat sich mittlerweile bewährt. Im Unternehmen ist die Zahl der E-Bikes jährlich gestiegen. 2020 wurden mit 22 E-Bikes 36.862 km zurückgelegt. Aktuell sind 24 E-Bikes im Einsatz, die – je nach Wetter – von rund 35 Personen benutzt werden. Um Unfällen vorzubeugen, führt eine externe Firma regelmässig halbtägige Instruktions- und Sicherheitskurse durch. Grössere Materiallieferungen werden nach wie vor von der Logistikabteilung ausgeführt. Kleinere werden von den Mitarbeitenden auf sogenannten Cargo E-Bikes mitgenommen, das sind elektrische Lastenfahrräder, auf denen sich auch Material transportieren lässt.

«Unsere Mitarbeitenden kommen mit den E-Bikes schneller durch die Stadt und finden immer einen Parkplatz.»
Claude Bétrix, Verantwortlicher Einkauf Sedelec SA

Bedarf an Firmenautos sinkt

Die E-Bike at work-Lösung ist eine tolle Sache. «Unsere Mitarbeitenden kommen mit den E-Bikes schneller durch die Stadt und finden immer einen Parkplatz», meint Claude Bétrix, der als Verantwortlicher Einkauf in der Sedelec SA in Carouge arbeitet. Der vermehrte Einsatz von E-Bikes hat bereits einige der Mitarbeitenden zum Umdenken bewegt. Um dem morgendlichen Stau zu entkommen, benutzen sie für ihren täglichen Arbeitsweg nach Carouge ein öffentliches Verkehrsmittel. Weil sie von dort mit einem E-Bike auf die Baustellen oder zu den Kunden fahren, verzichten sie auf ein eigenes Firmenfahrzeug. Natürlich unter der Voraussetzung, dass sie bei Schlechtwetter oder sonstigem Bedarf auf eines der allen Mitarbeitenden zur Verfügung stehenden Poolfahrzeuge zurückgreifen können. Einige Kollegen und Kolleginnen sind diesem Beispiel bereits gefolgt.

Die Fahrzeugflotte der Sedelec SA umfasst aktuell ca. 60 Autos, fünf davon sind E-Autos und weitere fünf sind Poolfahrzeuge. Ist das Ende der Laufzeit der Leasingverträge absehbar, wird entschieden, ob man das Benzin- oder Diesel-Fahrzeug durch ein E-Auto ersetzt oder ob man gänzlich darauf verzichten kann. Durch die vielen E-Bikes konnte die Zahl der Firmenautos bereits von 70 auf 60 reduziert werden.

«Ich benutze seit zwei Jahren ein E-Bike und kann es mir ohne nicht mehr vorstellen. Es erleichtert mir den Arbeitsweg und ich verliere weniger Zeit, wenn ich zu unseren Kunden fahre.»
Jean-Michel Stasio, Techniker Schwachstrom

Fit mach mit

Doch nicht nur die Verkehrssituation spielt beim Umstieg vom Auto auf das E-Bike eine Rolle, sondern auch der Sportsgeist. Denn wenn ein Kollege am Freitagnachmittag stolz verkündet, dass er diese Woche beruflich bereits 35 km auf dem E-Bike zurückgelegt hat, will man auch über die eigenen sportlichen Erfolge berichten. Trotz der nicht immer günstigen Witterungsbedingungen schafft Claude Bétrix mit dem E-Bike jährlich mindestens 7.000 km (ca. 100 km hin und retour) Arbeitsweg. Er hat bereits Nachahmende gefunden, denn überzeugt vom E-Bike in der Arbeit hat sich die eine oder der andere Mitarbeitende auch privat ein Elektrovelo gekauft, um damit in die Arbeit zu fahren oder die Freizeit zu geniessen. Seit 2016 haben die Mitarbeitenden der Sedelec SA insgesamt fast 150.000 km zurückgelegt.

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