Hightech unter Hochdruck: Sanierung des Gubrist-Tunnels
Ein Blick hinter die Kulissen – Besuch auf der Baustelle
Ein Besuch auf der Baustelle des Gubrist-Tunnels ist beeindruckend – und nur schon die Anreise ist abenteuerlich, denn der Zugang ist stark reglementiert. Mit Projektleiter Beat Bregy von Imwinkelried habe ich mich im schleppenden Stau auf den Weg gemacht und war schon bei der Ankunft tief beeindruckt: Bald von Beton, Kranen und unterschiedlichsten Maschinen eingekesselt, beobachtete ich fasziniert das geschäftige Treiben der Arbeiter.
Das Megaprojekt Gubrist ist in mehrere Teilprojekte – sogenannte Lose – aufgeteilt. Diese Struktur hilft dabei, die Arbeiten effizient zu organisieren und gezielt zu vergeben. Während sich andere Lose um zusätzliche Fahrspuren oder die allgemeine Tunnelsanierung kümmern, konzentriert sich Los 3 im Moment auf die zweite Röhre, die instandgesetzt wird, während der Verkehr weiterhin durch die anderen Röhren fliesst. Sobald diese dem Verkehr übergeben wird, wird die erste Röhre ausser Betrieb genommen und komplett saniert. Die Sanierung der ersten Röhre startet 2026.
Technik, die den Tunnel sicher macht
Während regelmässig tonnenschwere Bauteile durch die enge Röhre transportiert werden, arbeiten die Fachkräfte von Imwinkelried an der hochsensiblen HLK- und MSRL-Technik. Diese ist quasi die Lunge des Gubrist – und sorgt dafür, dass die Lüftungs- und Kälteanlagen künftig zuverlässig und effizient arbeiten.
Beim Blick auf die Steuerzentralen, wird mir eindrücklich bewusst, wie viel High-Tech im Gubrist steckt. Die Technik von Imwinkelried steuert und überwacht die Luftzirkulation, Temperatur- und Feuchteregelung in den Elektrozentralen. Zur Betriebs- und Sicherheitsausrüstung (BSA) gehören zudem Lüftungssysteme für eine optimale Rauch- und Wärmeabfuhr, Luftzirkulation im Fahrraum, Beleuchtungsanlagen für eine klare Sicht, Sichtrübmessungen, Signalanlagen, Brandmelde- und Löschsysteme sowie Überwachungstechnologien, die den reibungslosen und sicheren Betrieb gewährleisten. Jedes Element muss ausserdem exakt in das bestehende System integriert werden – wahrhaft ein Puzzle für Fortgeschrittene. Und zusätzlich erschweren sehr hohe Sicherheitsanforderungen die Arbeit.
Arbeiten unter strengsten Vorschriften
Personenschutz steht im Gubrist an erster Stelle, denn die Arbeiten finden in einem Umfeld statt, das nicht nur durch grosse Maschinen, sondern auch durch die Bewegung des Verkehrs ständig neue Herausforderungen birgt. Auch ich musste eine Schulung durchlaufen und eine spezielle Sicherheitsausrüstung tragen, um die Baustelle überhaupt betreten zu können – alles vorgeschrieben vom Bundesamt für Strassen (ASTRA).
Bald 10 Jahre Engagement
Imwinkelried ist seit 2018 Teil des Grossprojekts Gubrist. Aufgrund der zuverlässigen Arbeitsweise und dem fundierten Know-how von Imwinkelried wurde das Unternehmen nach Los 4 auch für Los 2 und schlussendlich für Los 3 beauftragt. Bis zur geplanten Fertigstellung im Jahr 2027 bleibt das Projekt eine spannende Herausforderung, die technisches Know-how, höchste Präzision und Teamwork erfordert. Eines ist sicher: Der Gubrist-Tunnel wird nach der Sanierung nicht nur leistungsfähiger, sondern auch sicherer sein als je zuvor – ein Erfolg, an dem das Team von Imwinkelried massgeblich beteiligt ist.
Als ich am Ende meines Besuchs den Tunnelbereich verlasse und wieder ins Tageslicht trete, freute ich mich tatsächlich schon ein bisschen darauf, eines Tages selbst durch den modernisierten Gubrist zu fahren – wissend, dass tief im Inneren ein ausgeklügeltes System für meine Sicherheit sorgt.
«Unsere grösste Herausforderung ist es, eine Infrastruktur auf höchstem Sicherheitsniveau zu schaffen – während der Tunnel weiterhin genutzt wird. Präzision, Koordination und Durchhaltewillen sind dabei entscheidend».